Förderverein besucht Steinheimer Urmensch in Paris | 9. September 2017

Förderverein besucht Steinheimer Urmensch in Paris

Dank einer großzügigen Spende eines Steinheimer Ehepaars ans Urmensch-Museum kann sich die Stadt eine lebensechte Nachbildung des Urmenschen leisten. Bislang gibt es derlei nur in größeren Museen. Die Figur wird von der weltweit bekannten Künstlerin Elisabeth Daynès in Paris erschaffen. Zehn Mitglieder des Fördervereins haben weder Kosten noch Mühe gescheut, nachzuschauen, wie weit die Figur schon gediehen ist und sich über die Vorgehensweise der Expertin informieren zu lassen. Dazu waren sie in das Atelier eingeladen worden. Im dortigen Ausstellungsraum stießen sie auf einen jungen Mann, der sich konzentriert ein Bild anschaute. Das Bild erläutert die Methodik der Rekonstruktion des Aussehens eines Menschen aus Knochenteilen. Alle gaben nachher zu, dass sie nicht bemerkt hatten, dass es sich bei dem Betrachter um eine leblose Gestalt handelte – so täuschend echt vermag die Künstlerin Menschen und Urmenschen darzustellen.

Ein besonderes Anliegen war es ihr, den Steinheimer Urmensch zu gestalten, weil sie bereits Nachbildungen von Neandertaler, Homo heidelbergensis und allen anderen Urmenschen gemacht hat. Sie erklärte ihre Vorgehensweise, die sich an kriminalistischen Methoden orientiert. So erkennt sie zum Beispiel an den Abständen von 18 Punkten am Schädel eines Menschen wichtige Merkmale und kann daraus auf sein wirkliches Gesicht schließen. Aus vielen Funden in verschiedenen Ländern und den daraus von Wissenschaftlern gewonnenen Erkenntnissen über die Entwicklung des Körperbaus stellt sie ein Gesamtbild eines Menschen aus einer bestimmten Zeit zusammen. Dieser reiche Erfahrungsschatz wurde schließlich auch auf die Figur des Steinheimer Urmenschen angewandt. So hat Elisabeth Daynès in mühevoller Kleinarbeit sich über Körpergröße und Körperbau, Hautfarbe und Haarwuchs kundig gemacht und daraus ein Individuum geschaffen, das vor 400.000 Jahren an der Murr gelebt hat. Wie es sich bei der leblosen Gestalt im Ausstellungsraum zeigt, schafft sie es, den Figuren Leben einzuhauchen. Nebenbei hat sie verraten, dass es sich bei diesem jungen Mann um ihren Sohn handelt.

Bis zur feierlichen Enthüllung am 5. November um 11:00 Uhr soll das Aussehen der Steinheimer Urmenschenfrau noch geheim bleiben. Dann kann sie jeder im Urmensch-Museum besichtigen.

Dieter Beyerbach

 

Bildunterschrift: „Elisabeth Daynès und ihr Werk“