24082018 vor dem keltenmuseum 30Vor dem Keltenmuseum

Reise in die Vergangenheit: Sommerferienaktion führt ins Keltenmuseum

Das Interesse von Kindern und Jugendlichen für das Leben in grauer Vorzeit wollte der Förderverein Urmensch-Museum bei der diesjährigen Sommerferienaktion nutzen. Elisabeth Zweigle hatte sich als Ziel das Keltenmuseum in Hochdorf ausgedacht. Früh aufstehen mussten die Teilnehmer, weil sie schon um 10 Uhr im Museum erwartet wurden und sie dazu zwei Mal das öffentliche Verkehrsmittel wechseln mussten. Museumspädagogin Langer zeigte der Gruppe anhand einer Karte mit Bildpunkten, wo sich die Kelten vor 2500 Jahren in Süddeutschland aufhielten. Interessant waren die Grabbeigaben, die man in Flachgräbern gefunden hat. Kelten verzierten ihre Keramik gern mit einfachen Mustern und nicht mit Figuren wie in anderen Kulturen, erläuterte Frau Langer. Voller Ehrfurcht standen die Kinder in der Grabkammer des Fürsten. Das aufwändig verzierte Totenbett glänzte ebenso wie der üppige goldene Schmuck. Man rätselte, wie viele Liter Honigmet wohl in den daneben stehenden Bronzekessel passten – 1000, 20, 300? Es waren 500 Liter. Zu sehen gab es außerdem einen beeindruckenden eisenbeschlagenen Wagen, auf dem vornehme Bronzeteller und das Zaumzeug für Pferde lagen.

Nach dem Besuch der Grabkammer besichtigte die Gruppe im Außenbereich verschiedene Bauten und erfuhr einiges über Ernährung und Kleidung der Kelten. In ihren Abfallgruben hatte man sogar viele abgeschabte Knochen von jungen Hunden entdeckt. Im großen Wohnhaus konnten die Schülerinnen und Schüler schließlich selbst aktiv werden und sich eine Kette basteln. Dazu verwendete man nach Keltenart Holzperlen und gerollten Draht und fädelte sie auf ein Band. Am Schluss trug jeder seine individuelle Kette stolz um den Hals.

Auf dem mächtigen Grabhügel beim Museum wollte man anschließend Mittagspause machen. Doch aufkommender Regen zwang die Gruppe dazu, in einer Scheune Unterschlupf zu suchen. In Stuttgart angekommen, waren aber alle wieder trocken, weil inzwischen wieder die Sonne schien. Auf einem netten Platz mit Steinbänken machte man Kuchenpause und sang Schlamperlieder, die von Herrn Walther auf der Gitarre begleitet wurden. Die sorgfältig geplante Fahrt endete auf die Minute genau in Steinheim. Elisabeth Zweigle hatte wieder mal an alles gedacht, sogar an ein Andenken von pädagogischem Wert. Es gab für jeden einen Bastelbogen vom Museum und ein eigens von ihr gestaltetes kleines Heft mit Fragen, Bildern und Erläuterungen zum Gesehenen und Gehörten im Keltenmuseum.

Dem Förderverein ist es ein Anliegen, immer wieder mit Aktionen das Interesse von jungen Menschen für die Urzeit aufzugreifen und entsprechende Funde in der näheren Umgebung und im Steinheimer Museum selbst zu präsentieren. In diesem Sinne haben die Fördervereinsmitglieder Elisabeth Zweigle, Anneliese und Heinrich Krayl und Gerald Walther die 12-köpfige Gruppe gerne begleitet.

Dieter Beyerbach, Förderverein