steinheimer knochen fertig fuers archiv smns 25.03.2013 30Steinheimer Knochen fertig fürs Archiv SMNS 25.03.2013kaessmann mit steinheimer zehenknochen smns 25.03.2013.jpgKäßmann mit Steinheimer Zehenknochen SMNS 25.03.2013steinheimer knochen im archiv smns 25.03.2013 30Steinheimer Knochen im Archiv SMNS 25.03.2013rathgeber mit steinheimer knochen smns 25.03.2013 30Rathgeber mit Steinheimer Knochen SMNS 25.03.2013

Steinheimer Urzeitfunde machen immer noch viel Arbeit

Blick in die große Schatzkiste des Stuttgarter Naturkundemuseums

Die wichtigsten Funde zeigt das Stuttgarter Museum am Löwentor in seiner ständigen Ausstellung. Aber was der Besucher nicht ahnt, ist, dass Vieles noch verborgen im Keller ruht. 720 fossile Rinderknochen aus Steinheim an der Murr hat sie schon in ihrer digitalen Datenbank. Die Diplombiologin Sonja Käßmann ist aber noch lange nicht fertig mit der Erfassung. In den langen Schrankreihen des Staatlichen Museums für Naturkunde, wissenschaftlich zuständig für das Urmensch-Museum Steinheim, lagern noch weitere hunderte Skelett- und Gebissstücke. Die meisten davon wurden in den dreißiger Jahren in den Steinheimer Kiesgruben ans Tageslicht gefördert. Elefanten und Wildrinder, so Präparator Thomas Rathgeber, Beschäftigter im Naturkundemuseum und Mitglied des Fördervereins Urmensch-Museum, waren die häufigsten Funde in Steinheimer Gruben. Rehe und Wildschweine sind selten und fast nur durch Zähne vertreten, weil sie kleiner sind und ihr Knochenbau graziler ist als der von Hirschen, Pferden und Nashörnern, die außer Zähnen auch zahlreiche Knochen hinterlassen haben.

Ein Stück Arbeit hat man Frau Käßmann in der Vergangenheit schon abgenommen. So muss sie meist nicht mehr prüfen, ob es sich um Funde von Wildrindern handelt- infrage kommen Steppenbison, Auerochse, Waldbison oder Wasserbüffel. Dafür muss sie entscheiden zu welcher Stelle am Skelett das Stück passt. Dies ist nicht immer ganz einfach, weil man selten den ganzen Knochen hat, oder weil zum Beispiel Männchen und Weibchen unterschiedlich groß waren. Wenn die Teile in der Datenbank erfasst sind, wandern sie zusammen mit einem Zettelchen, das alle wichtigen Informationen zum Fund enthält, in eine der vielen Schrankschubladen im Sammlungsraum des Naturkundemuseums. Dort lagern sie und warten, ob sie mal als Leihgabe in ein anderes Museum ausgeliehen werden. Das neu gestaltete Urmensch-Museum profitierte zum Beispiel kürzlich davon. Oft dienen sie aber auch der Wissenschaft. Forscher gewinnen zum Beispiel über Einschlüsse in Zähnen der Urzeittiere Aufschlüsse über das, was diese gegessen haben. Indirekt erhält man so auch Erkenntnisse über die Pflanzenwelt der Vorzeit.

Rathgeber schätzt, dass ca. 3000 Funde allein aus Steinheim im Stuttgarter Museum lagern. Dass noch viel zu tun ist, beweist ein „Zufallsfund“ aus den Tiefen des Archivs. Der Präparator entdeckte erst kürzlich klein verpackte Stücke eines stattlichen Elefantenstoßzahns, die zusammengelegt immerhin 3 m lang sind. Der Fund stammt aus Steinheim und wurde dort 1967 geborgen. Zusammensetzen will der Präparator die Teile nicht, weil der Stoßzahn sonst zu viel Platz wegnehmen würde. Und so wandern die Einzelteile, wenn sie in der digitalen Datenbank erfasst sind, zu den anderen in einen der Schränke des Naturkundemuseums.

 

Dieter Beyerbach

<als führendes Foto neben den Artikel:

„Steinheimer Knochen fertig fürs Archiv SMNS 25.03.2013“>

<zum Anklicken die weiteren drei folgenden Fotos:

Käßmann mit Steinheimer Zehenknochen SMNS 25.03.2013

Steinheimer Knochen im Archiv SMNS 25.03.2013

Rathgeber mit Steinheimer Knochen 25.03.2013>