herr krayl vor dem urmensch museum von tautavel sept. 2012 30Herr Krayl vor dem Urmensch-Museum von Tautavel Sept. 2012die suche unterhalb der fundstelle geht weiter tautavel sept. 2012 30Die Suche unterhalb der Fundstelle geht weiter-Tautavel Sept. 2012eingang zum museum vontautavel sept. 2012 30Eingang zum Museum von Tautavel Sept. 2012

Urmenschen werden vernetzt | 24.09.2012

Urmenschen werden vernetzt

Steinheimer Förderverein knüpft erfolgreich Kontakte

Einen Abstecher zum Urmensch-Museum in Tautavel machte das Ehepaar Krayl auf seiner Urlaubs-reise nach Spanien. Die Krayls sind Mitglieder im Förderverein Urmensch-Museum Steinheim und wussten, dass im Museum der im Süden Frankreichs gelegenen Stadt neben dem 450 000 Jahre alten Schädel auch eine Darstellung des nicht ganz so alten Steinheimer Menschen gezeigt wird. So war ein Anknüpfungspunkt schnell gefunden und einem Ge¬spräch mit dem Monsieur le conservateur stand nichts mehr im Wege.

Der Chef nahm sich viel Zeit, den beiden Besuchern die interessanten Funde menschlichen und tieri-schen Ursprungs zu zeigen. In den Katakomben des Hauses kann man Wissen¬schaftlern live bei ihrer Arbeit zusehen- die Ausgräber in Tautavel haben erst kürzlich ein menschliches Gebiss freigelegt. Das Museum hat sich viel Mühe gegeben, die Lebensräume von Mensch und verschiedenen Tieren durch Nachbildungen, Animationen, Licht-und Toneffekte so anschaulich wie möglich zu machen. Gezeigt werden Pflanzenfresser wie Rentiere, Raubtiere wie Leoparden und Bären, die man hier gefunden hat. 40 000 Besucher im Jahr sind die stolze Bilanz dieser Anstrengungen, die dem kleinen Ort in der Nähe von Perpignan eine wichtige Rolle im Kulturleben Frankreichs zukommen lassen. Ein erstes Koopera-tionsangebot der Leiterin nahm man deshalb gerne mit. Sie steht nicht nur dem Museum vor, sondern ist auch Chefin des Europäischen Zentrums für Frühgeschichte, das ihm zugeordnet ist. Sie versprach, dass sie in Fragen der Ausarbeitung eines Vermarktungskonzepts für das Steinheimer Museum gerne hilfreich zur Seite stehen wird.

Die große Bedeutung, die man in Tautavel, dem Homo steinheimensis bemisst, kam in wei¬teren Ko-operationsangeboten zum Ausdruck. Das Ehepaar Krayl meldete dem Steinhei¬mer Verein, dass man zum Jubiläum im nächsten Jahr in die Stadt an der Murr kommen wolle. Zu den Feierlichkeiten, die im Zusammenhang mit Fund des Steinheimer Schädels vor 80 Jahren geplant sind, wollen die Franzo-sen einen eigenen Beitrag leisten. Die Deutschen können es sich ihrerseits vorstellen, dass man sich mit einem Festbeitrag im Jahr darauf in der französischen Stadt zur 50-Jahr-Feier der Ausgrabungen revanchiert. Angedacht wurde ferner, dass man Jugendliche in das Austauschprogramm integriert. Dies soll demnächst in Angriff genommen werden.

Als ein Glücksfall stellte sich heraus, dass beide Partner schon Beziehungen zum Förder¬verein des Homo heidelbergensis in Mauer bei Heidelberg unterhalten. So steht einem Drei¬erbund der Urmensch-Museen, beziehungsweise der dazu gehörenden Vereine, eigentlich nichts mehr im Wege. Die Urmen-schen werden vernetzt. Den Nutzen haben die Museen, die Wissenschaft und nicht zuletzt auch die Menschen.

Dieter Beyerbach