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Zu Fuß vom Forsthof zur Mördergrube

Die Wanderung stellt keine hohen Ansprüche an Ausdauer oder Schuhwerk und ist auch für Kinder geeignet. Parkplätze befinden sich im Bereich des Landgasthofs „Forsthof“ (oberhalb von Kleinbottwar, in Richtung Kleinaspach). Im Bereich der Mördergrube allerdings sollte man auf griffiges Schuhwerk achten, falls man hinab steigen möchte. Insgesamt ist die Wanderstrecke ca. 6,5 km lang und verläuft meist im Schatten.

Sie starten am Parkplatz Forsthof und gehen in Richtung Weinberge (Benning und Harzberg). Nach ca. 300 m geht der Wanderweg rechts ab, direkt in den Wald. Unmittelbar am Waldrand rechts befinden sich mehrere Grabhügel. Verschiedenen Angaben zur Folge handelt es sich um Gräber aus der Hallstattzeit (800 bis 400 vor Chr.).

Lebensraum für kleine Reptilien

Beim Weitergehen überqueren Sie die Landesstraße (L 1115), gehen weitere 200 m und biegen dann links ein in einen schmalen Weg zum „Letterle“. Das Letterle ist ein Feuchtbiotop (Gipskeuper-Doline) von besonderer Schönheit. Urtümlich und sich selbst überlassen, teilweise baumbestanden, ist es ein schützenswerter Lebensraum für Insekten, Schmetterlinge, Reptilien und anderes Kleingetier. Früher, so sagt man, hat man das Wasser zur Eisgewinnung verwendet.

Wieder zurück auf dem Hauptweg sehen Sie nach 300 m einen Weg rechts abgehen. Auch dort zur Linken wieder ein Feuchtbiotop, das es zu bewundern gilt. Gehen Sie dann weiter leicht bergab und biegen links ein in einen befestigten Wirtschaftsweg. Dem folgen Sie und gehen dann kurz danach rechts ab zum Rohrbachsee. An dessen östlichem Ufer gehen Sie entlang bis auf Höhe südliches Seeufer. Von dort noch ein wenig bergauf, dann biegen Sie rechts ab. Nach wenigen Metern stehen Sie unvermittelt am Rand der „Mördergrube“ und schauen hinab in einen wirklich beeindruckender Trichter, mitten im Wald, von über 100 m Durchmesser und mehr als 15 m Tiefe.

Wie entsteht so ein tiefes Wasserloch?

Auch die „Mördergrube“ ist eine so genannte Gipskeuper-Doline. Dolinen sind trichterförmige Einstürze oder Mulden an der Bodenoberfläche. Durch Wasserlösung von Gipsvorkommen entsteht im Keuper-Gestein ein Hohlraum, in den nach und nach das Erdreich abrutscht. So bildet sich ein typischer Trichter, der durch Erosion im Laufe der Zeit noch vergrößert wird. In den Dolinen herrscht ein Mikroklima, wodurch ein besonderer Lebensraum für Tiere und Pflanzen entsteht.

Die „Mördergrube“ ist eine besonders große und tiefe Doline. Erlen und Weiden bilden in der Mitte des Wassers eine Art Insel. Und die mit grünen Wasserlinsen bedeckte Oberfläche hinterlässt beim Betrachter einen düsteren, geheimnisvollen Eindruck. Vielleicht heißt dieser kleine See daher im Volksmund „Mördergrube“?

Wenn Sie weiter gehen, kommen Sie wieder zum Rohrbachsee zurück. An dessen Westufer gehen Sie den Weg leicht bergauf zurück in den Wald hinein. Kurz danach führt der Weg unter der Landstraße L 1115 hindurch. Am Waldende sehen Sie bereits rechts oben wieder die Gebäude des Gasthauses und Weingutes „Forsthof“.